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 Stadtzentrum von York New City

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Helios Eld
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BeitragThema: Stadtzentrum von York New City   11.12.18 9:56

Hier finden auf mehreren Quadratkilometern mehr als 1, 6 Millionen Menschen Platz. Brücken und Tunnel verbinden das Stadtzentrum mit den umliegenden Stadtteilen York News.

Hightown, Lowtown, Centraltown – so teilen York Newer das Stadtzentrum von Nord nach Süd auf. Von oben betrachtet, verlaufen die Straßen York News wie auf einem Schachbrett. Die Straßen mit Nord-Süd-Verlauf sind mit dem Zusatz „Avenue“ gekennzeichnet, Ost-West-Straßen mit dem Zusatz „Street“. Dort findet man Hotels, unzählige Theater, Restaurants, historische Gebäude sowie den Watch Square.

Beeindruckend ziehen sich durch das Stadtzentrum die Hochhausschluchten und geben der Skyline von York New seinen unverwechselbaren Charakter. Jährlich ziehen die Wahrzeichen der Stadt wie z. B. die Big Street, die Holy Avenue, das Brown-Center, das Museum of Modern Art und viel andere Sehenswürdigkeiten Tausende Besucher an.


Zuletzt von Helios Eld am 04.01.19 10:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Helios Eld
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   11.12.18 10:40

von: Stadtrand

Mehrere Tage bereitete sich Helios auf die kommende Gala vor. Er organisierte sich einen Anzug, eine Fliege und ein paar schicke Schuhe. Danach war der grösste Teil seines Budgets aufgebraucht. Nicht mal mehr eine Waffe hatte er organisieren können. Egal er würde den Attentäter auch so erledigen. Im schlimmsten Fall konnte er sich sicherlich eine improvisieren.

Während Aech über seine Möglichkeiten nachdachte, duschte er, versuchte seine wild gewordenen Haare zu zähmen und zog den neuen Anzug an. Er verliess das schäbige Hotel in das er untergebracht war, nicht ganz ohne den verwunderten Blick des Empfangs-Chefs Ben, der ihn Tage zuvor mit einer Leder-Jacke und halb zerrissenen Klamotten hier einchecken sah.

„Wo geht’s denn heute hin?“, fragte der ältere Herr mit den fettigen Haaren und dem schmutzigen Hemd. „Ich habe mir gedacht ich gehe mir eine Vorstellung am Wideway ansehen. Danach vielleicht noch was nettes essen.“, antwortete Helios gelassen, zog ein silbernes Etui aus der Innentasche seines neuen Mantels, das er sich für diesen Anlass beschafft hatte und entnahm ihm eine Zigarette. „He, hier drinnen wir nicht geraucht!“, meckerte der Empfangs-Chef, noch bevor Aech sie angezündet hatte. „Ach wirklich? Und warum habe ich dich gestern hier eine qualmen sehen Ben?“, fragte Helios spöttisch. „Das hat nichts zur Sache, du könntest die anderen Gäste stören.“, entgegnete Ben. Helios sah sich im Empfangsraum um, der bis auf die Beiden und das Mobiliar absolut leer war. „Wirklich?“, sagte Aech mit einem genervten Blick, zündete die Zigarette an und verliess das Hotel kopfschüttelnd. „Bis dann Ben.“

Nachdem er sich ein Taxi genommen und das Beitacle-Hotel erreicht hatte, verschaffte er sich mit seiner neuen Lizenz Zutritt zu der Gala. Dort stand er nun zwischen allerlei mehr oder weniger prominenten Menschen, die aber sicherlich alle schwer vermögend waren. Selbst die Fussballnationalmannschaft war anwesend. Es floss Champagner und anderer Alkohol, kleine Leckereien überall. Schön dekorierte Tische, ausgelesenes Besteck, Kronleuchter. Alles was das Gala-Herz begehrt. Aech war angewidert, versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen. Hier und da liess er sich in ein oberflächliches Gespräch verwickeln, bis er weiter zog um mit dem nächsten Idioten zu reden. Dabei studierte er seine Umgebung beiläufig und zählte die Gäste, Ausgänge und die Security. Von Dr. Brown war noch keine Spur zu sehen und genau so wenig von seinem Attentäter.
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Julien
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   12.12.18 6:00

kommt von: Öffentlicher Sportplatz

Ich hasste Events wie dieses wie die Pest. Mit in einem gequälten Grinsen, das Bitte tötet mich nur so herausschrie, festgefrorenen Gesichtszügen stand ich ein Glas Champagner in der Hand inmitten des großen Empfangssaals und ließ mich von einem älteren Ehepaar über ihre letzte Reise in die dritte Welt zulabern. Ich musste zugeben, als ich mich dazu entschieden hatte, eine Karriere im Profisport anzustreben, hatte ich gedacht, hauptsächlich … nun ja … Sport zu machen. Doch dass das Leben eines Nationalspielers lediglich zu zehn Prozent aus Fußball bestand und den Rest Pressekonferenzen, Versammlungen, Fan-Meetings, Autogrammstunden und Benefiz-Veranstaltungen wie diese ausmachten, merkte ich erst, als ich den Vertrag bereits unterschrieben hatte. Nun gehörte meine Seele dem Verein, und egal wie sehr ich mich wehrte, ich musste meine Rolle spielen. Oder wie mein Trainer es immer sagte: du wirst mitkommen und dich amüsieren, sonst darfst du die Mannschaftsumkleide mit deiner Zahnbürste schrubben.

Genervt knirschte ich mit den Zähnen, was meine beiden angeregten Gesprächspartner offensichtlich nicht bemerkten. Wieso glaubten die eigentlich, mich würde interessieren, wie viele Brunnen sie letztes Jahr in der Wüste gesponsert und wie viele Reisfelder sie bewirtet haben? Wer isst heutzutage schon Reis? Haben die kein McDonalds in der dritte Welt? Was für eine arme Gesellschaft.
Ich nippte an meinem Sekt und wünschte mir es wäre Vodka Cola, während ich das Gequassel an mir vorbeirauschen ließ und die anderen Gäste beobachtete. Die High Society von York New hatte sich hier zusammengefunden, um Geld zu sammeln, damit sie sich einmal im Monat wichtig und moralisch überlegen fühlen konnten. Es war wirklich einfach über die Hungernden und Leidenden zu reden, besonders wenn es Kaviar und Hummer gab. Doktor August Brown, ein lebender Heiliger, wenn man den Leuten auf dieser Party glauben mochte, wusste zumindest, wie er das Ego seiner Gäste kitzeln musste, um ihre Brieftaschen möglichst locker zu bekommen. Glücklicherweise hatte der Besitzer meines Fußballclubs bereits eine große Summe gespendet, sodass ich als kleiner Niemand nun davon verschont blieb, meine schwer erarbeiteten Kröten in den Rachen irgendeiner gemeinnützigen Organisation zu werfen. Möglicherweise glaubte ich einfach nicht daran, dass solch mit Gießkannen verteilter Reichtum irgendetwas ändern könnte, oder aber – und das war wesentlich wahrscheinlicher – ich war einfach nur ein Arschloch und das Leid der Welt tangierte mich nicht.

„Entschuldigen Sie mich bitte kurz?“, hob ich einen meiner Finger, um die Seekuh vor mir zum Schweigen zu bringen und mich kurzerhand zur Bar abzusetzen. Gestresst lehnte ich mich an den Tresen und warf dem Bediensteten einen hilfesuchenden Blick zu.
„Ich brauch was hartes, und zwar schnell“, seufzte ich, doch der Typ mit der Weste und lächerlich klischeehaften Fliege schüttelte nur den Kopf.
„Wir haben Anweisung, die hochprozentigen Spirituosen erst nach der Ansprache von Dr. Brown auszugeben, mein Herr.“
„Boi … ihr macht mich fertig. Kann ich hier wenigstens irgendwo rauchen?“
„Der Balkon ist dort drüben.“
Resigniert schlenderte ich mit hängenden Schultern und in meiner Anzughose vergrabenen Händen von Dannen und trat hinaus in die kühle Nachtluft. Mehrere Gäste hatten sich auch hier versammelt, die meisten aus dem gleichen Grund wie ich – um zu qualmen – aber einige auch, um zu telefonieren, etwas Privatsphäre zu genießen oder aber schlicht die Aussicht über die Lichter der Stadt, die von hier aus gut zur Geltung kamen, auf sich wirken zu lassen.
Ich entzündete einen Glimmstängel und steckte ihn mir zwischen die Lippen. Das würde ein langer Abend werden.

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Helios Eld
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   13.12.18 9:42

Beitacle-Hotel, Lowtown, York New City. Eines der Luxuriösesten Hotels der Stadt. Mit seiner Höhe von 265 m, jedoch nur der achtzehnthöchste Wolkenkratzer von York New. Aech hatte seine Hausaufgaben gemacht. Nun befand er sich im 71. Stockwerk, dem höchsten des Gebäudes.

Die letzte Stunde hatte Helios damit verbracht sich ein genaueres Bild der Örtlichkeit zu machen, an der diese Benefiz-Veranstaltung organisiert wurde. Insgesamt hatte er etwas über 230 Gäste gezählt, 20 Sicherheitsleute allein hier Oben, sowie acht Fahrstühle die auf diese Etage fuhren. Ausserdem war da noch die Türe zum Treppenhaus. Ebenso war ihm in der Toilette der Zugang zum Lüftungssystem aufgefallen. Aech vermutete, dass sich ein solcher Zugang zu den Lüftungskanälen ebenfalls in der Sunshine-Suite auf der Ost-Seite der Etage befand, hatte aber nicht die Möglichkeit gehabt das zu untersuchen, da die Suite für Privat-Gäste reserviert war. Um zur Suite zu gelangen musste man den Vortrags-Saal namens Sunshine-Room auf der Ost-Seite durchqueren. Ein eleganter grosser Raum, ungefähr 4.5 bis 5 m hoch, Kronleuchter die die Decke verzierten, erlesene Tische und Stühle die dem Raum zusätzlich Eleganz verliehen und grosse Fenster durch die man einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Stadt hatte. Das traf ebenso auf die Terrasse auf der West-Seite zu, zu der man durch die Bar-Sixtysix gelangte. Dazwischen befanden sich der Speisesaal auf der Südwest-Seite und die Galerie auf der Südost-Seite des Stockwerks. Überall ein möglicher Zugang für den Attentäter. Doch noch war nichts zu sehen.

Alle Personen schienen sich normal zu verhalten. Klar, da waren manche zornig, exzentrisch, unverschämt oder einfach nur gelangweilt, aber nichts das Aech als ausserhalb der Norm betrachtet hätte. Als er vom Sunshine-Room, wo er zuletzt das Rednerpult subtil untersucht hatte, in Richtung der Bar schlenderte und dabei die Skyline betrachtete, kam ihm der Gedanke, dass der Attentäter nicht zwangsläufig in diesem Gebäude sein musste. Ein geübter Scharfschütze, hätte diese Aufgabe auch anders erledigen können. Das Sicht-Feld war nach Helios Einschätzung frei. Der nächst höhere Wolkenkratzer befand sich zwar etwa tausend Meter entfernt, doch das würde nur einen erfahrenen Scharfschützen brauchen. Aech traute sich das nicht zu, jedoch wusste er dass die besten Scharfschützen der Welt ihr Ziel noch auf Distanzen trafen, die diese um das Vierfache übertrafen. Eines war klar, dieser Abend war für die Security sicherlich eine Herausforderung.

Helios vermutete, das sich Dr. Brown im Moment in der Suite befand, wahrscheinlich umzingelt von weiteren Bodyguards. Somit hatte Aech noch genug Zeit in aller Ruhe seine Optionen genau abzuwägen. Langsam betrat er die Terrasse, hielt erst beim Geländer an und genehmigte sich dann genüsslich eine Zigarette, während er seinen Blick über die nächtliche Skyline schweifen liess.
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   15.12.18 6:02

Meine braunen Augen wanderten hinab, dem Abgrund entgegen, während ich mich leicht über das Geländer lehnte, um die Asche von der Spitze meiner Zigarette etwas abzuklopfen und dabei gekonnt die bereitstehenden Aschenbecher zu ignorieren. Es stand wohl außer Frage, dass kein Mensch einen Sturz aus dem 71. Stockwerk überleben konnte, vermutlich würde es sogar schwer werden, denjenigen nach dem Aufprall noch als Mensch zu identifizieren. Der Gedanke daran sollte mir womöglich ein mulmiges Gefühl bescheren, doch letzten Endes schmunzelte ich nur über meine eigenen, absurden Gedanken. Ein solcher Tod wäre zumindest spektakulär, und höchstwahrscheinlich mehr oder minder schmerzlos. Es gab also schlimmeres.

Seufzend lehnte ich mich wieder zurück in die Sicherheit der Terrasse, immerhin wollte ich nicht, dass irgendeine Sicherheitskraft mich sah, meine Intentionen falsch interpretierte und mich dann zu Boden riss, um mein beschissenes Leben zu retten. Nein, auf solch eine Szene konnte ich wirklich verzichten, wenngleich diese lahme Party durchaus etwas vergleichbares gebrauchen könnte, dann gab es wenigstens etwas Action.
Allgemein fiel mir auf, dass außergewöhnlich viele Sicherheitsleute anwesend waren. Sie trugen Anzüge wie die anderen Gäste, doch es war nicht schwer sie an den Headsets in ihren Ohren und ihrem starrem Blick zu erkennen. Zuerst habe ich mir dabei nichts gedacht, immerhin waren viele Prominente und Politiker anwesend, weshalb ein gewisses Maß an Sicherheit normal war, doch die Anzahl der Bodyguards kam mir doch unnötig hoch vor. Erwarteten sie etwa, angegriffen zu werden? Ich kam mir beinahe vor wie auf einer Mafia-Veranstaltung.
Ich hatte gehört, dass die Mafia häufig wohltätige Benefiz-Veranstaltungen nutzte, um Geld zu waschen. Doch Dr. Brown ein Don der Unterwelt? Nein, das war absurd. Der Mann war gefühlt 120 Jahre alt und sah aus wie das Klischee eines lieben, alten Onkels, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte. Es war lächerlich von mir, überhaupt daran zu denken, doch was sollte ich tun: meine Fantasie war eben sehr lebhaft.

In mich hinein grinsend ließ ich die halb gerauchte Kippe auf den Holzboden der Terrasse fallen und platzierte einen meiner teuren Schuhe darauf, um sie dann mit einer rhythmischen Drehbewegung auszutreten, ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei den Brettern unter unseren Füßen wohl um unsagbar teures Tropenholz handeln musste. Plötzlich jedoch fühlte ich etwas, was ich überhaupt nicht toll fand: fremde Griffel auf meiner Schulter. Ich war kein Fan von ungefragten Berührungen, absolut gar nicht. Meine Miene verfinsterte sich beinahe augenblicklich, als ich mich genervt umdrehte um zu sehen, wer da gern sterben wollte.
Ein Mann, größer als ich – was mich unterbewusst anpisste – und seine weibliche Begleitung, die ein langes, rotes Kleid trug. Der Typ war vielleicht Mitte 20, hatte kurzes, blondes Haar und einen herablassenden Ausdruck im Gesicht.
„Hey Kleiner, findest du das nicht voll anti-ökologisch hier deinen Müll fallen zu lassen?“
„Anti-Was?“, erwiderte ich gelassen. Offensichtlich handelte es sich bei meinem Gegenüber um einen Wichtigtuer, der sich vor seinem Date aufblasen wollte.
„Was, wenn ein Feuer ausbricht, hä? Also sei ein braver Junge und heb deine Kippe auf, ja?“
Er legte erneut seine Hand auf meine Schulter, während er mit den Augen nach unten deutete.
„Soll ich dir deine Fresse einschlagen?“, fragte ich diplomatisch und gelassen, doch es kam nicht wirklich gut an, denn der Typ legte nur seinen Kopf schief und grinste breit.
„Hää? Jetzt hör mal zu, du Schlumpf. Heb deine Kippe auf oder ich...“
Ich verpasste ihm eine, ehe er ausreden konnte, fühlte seine Nase unter meinen Fingerknöcheln brechen und sah ihn nur noch nach hinten umkippen. Boi, was für eine Pussy. Hatte ich vielleicht überreagiert? Möglich. Doch ich war jemand, der sich nur ungern anfassen ließ … und dumm bequatschen erst recht nicht. Ich hab nie behauptet, nicht irrational gewalttätig zu sein. Und ich gab zu, so wirklich gut durchdacht hatte ich die ganze Sache nun auch nicht, denn noch ehe ich realisierte, dass der Kerl tatsächlich nach nur einem Schlag ohnmächtig geworden war – eigentlich war mein Plan gewesen, ihn nur etwas weh zu tun, damit er zurück zu Mammi rannte – fing auch schon seine Begleitung an zu schreien wie am Spieß und zwei Sicherheitsleute drängelten sich durch die Massen, um zu fragen, was gerade passiert sei.

Oh Mann …

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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   18.12.18 16:14

Während Helios seine Zigarette rauchte und sich mit einer Hand am Geländer abstütze, betrachtete er die Lichter der Stadt. Still genoss er den Eindruck der Wolkenkratzer und bereitete sich mental auf das vor, was noch kommen würde. Bald, sehr bald, würde sich zeigen was seine Ausbildung, all die Jahre hinweg, gebracht hat. War er wirklich schon bereit sich mit einem anderen Attentäter zu messen?

Während Aech diese geringen Zweifel beiseiteschob, nahm er einen weiteren Zug seiner Zigarette. Rechts von ihm, einige Meter entfernt, schnappte Helios einen Gesprächsfetzen auf.
„Hey Kleiner, findest du das nicht voll anti-ökologisch hier deinen Müll fallen zu lassen?“, Aech verdrehte innerlich die Augen. Wieder so ein Schnösel der auf Weltverbesserer macht, schoss es Helios durch den Kopf. Was ihm die Person antwortete an die diese Worte gerichtet wurden, konnte Helios nicht verstehen. Da es ihn aber kaum interessierte, drehte sich der junge Hunter auch nicht um. Helios hatte seit langem gelernt, dass ihn Dinge, die Heuchler wie diesen empörten, noch lange nicht berührten. Ausserdem wollte er nicht wissen, was dieser Herr gesehen hatte, weswegen sein ökologisches Sachverständnis geweckt wurde. Witzig, wenn man sich überlegte, dass genau er, der eine solche Ansage machte, wahrscheinlich unzählige teure Benzinschleudern besass und sich während er eine davon fuhr, kaum einen Gendanken an die Umwelt verschwendete. Ohne sich zu rühren, betrachtete Helios weiterhin die Stadt. Doch wieder wurden seine Gedanken von der gleichen Person unterbrochen. Lauter als zuvor machte er sich seinem gegenüber bemerkbar: „Was, wenn ein Feuer ausbricht, hä? Also sei ein braver Junge und heb deine Kippe auf, ja?“ Helios betrachtete die Zigarette, die er zwischen seinen Fingern hielt. Zwei vielleicht noch drei Züge waren übrig. Helios nahm einen weiteren Zug, als der Herr rechts verärgert sagte: „Hää? Jetzt hör mal zu, du Schlumpf. Heb deine Kippe auf oder ich...“, seine Worte wurden von einem dumpfen Knall unterbrochen. Das Geräusch eines zu Boden fallenden Körpers und ein Schrei einer jungen Frau folgten. Jetzt erst drehte sich Helios gelassen um und betrachtete die Szene.

Was er sah liess ihn ganz kurz lächeln. Ein gestriegelter Herr, in einem teuren massgeschneiderten Anzug lag am Boden, dem Anschein nach bewusstlos. Die junge Frau, die wahrscheinlich seine Begleitung war, kniete neben ihn hin und redete auf den Bewusstlosen ein: „Rolan, bitte wach auf!“, doch Rolan wachte nicht auf. Über Rolan und der jungen Dame stand ein blonder Mann, der auf den ersten Blick im gleichen Alter wie Aech war. Helios bemerkte den genervten Blick des jungen Mannes. Doch er sah nicht so aus, als wollte er dem Typen weiter angreifen. Er sah eher so aus, als wollte er überhaupt nicht hier sein.

Der kleine, durch diese Auseinandersetzung verursachte Tumult, rief die Security auf den Plan. Insgesamt gingen drei Sicherheitsleute auf den Bewusstlosen zu.  Einer von ihnen, ein grosser dunkelhäutiger Mann, frage die Frau, wie auch den jungen Blonden, was vorgefallen sei. Von ihr bekam er aber nur eine unklare Antwort, die grösstenteils in ihren Tränen unter gingen. Der Blonde antwortete zunächst nicht und betrachtete die Szene weiterhin mit seinem düsteren Blick. In diesem Moment fiel es Aech auf. Der junge Mann mit den blonden Haaren und der kleineren Statur, war niemand anderes als Julien Chambers. Ein Profi-Leauge-Spieler, der erst seit kurzem in der Nationalmannschaft spielte. Noch gehörte er nicht zu den Super-Stars der Fussball-Welt, aber er war vielversprechend genug, dass selbst jemand wie Helios, der sich nur die Fussball-Weltmeisterschaft anschaute, und ansonsten wenig mit Fussball am Hut hatte, ihn kannte.

Der dunkelhäutige Sicherheitsmann, sah dass Helios ihn beobachtete und richtete seine Frage an ihn. „He Sie, haben sie gesehen was hier vorgefallen ist?“, Helios überlegte einfach weg zu gehen, entschied sich letztendich aber dagegen. Er wollte nicht unnötig auffallen und beschloss die Sache auf schlichte Weise hinter sich zu bringen. „Es tut mir leid. Ich habe nicht viel gesehen. Das einzige was ich mitbekommen habe, ist dass dieser Rolan der nun am Boden liegt, Herr Chambers hier verbal angegriffen hat. Kurz danach lag dieser einfältige Trottel schon auf der Schnauze.“, antwortete Aech. Der Sicherheitsmann sah zuerst Julien prüfend an und erschrak, als auch er ihn erkannte, dann schaute er etwas verdutzt zu Helios. „Was ist? Sehen sie mich nicht so an, helfen sie dem bewusstlosen Rolan!“, forderte Aech ihn auf. Der Sicherheitsmann wechselte einen kurzen Blick mit seinen Mitarbeitern, bevor er nickte:“ Also gut, bringt ihn zum Sanitäter in den unteren Stockwerken!“, der Befehl wurde sofort ausgeführt und Rolan, so wie seine Begleiterin wurden weg geführt. „Nun zu Ihnen…“, begann der Sicherheitsmann, wurde aber von einem Angestellten des Hotels unterbrochen, der sich auf die Terrasse begeben hatte. „Meine lieben Damen und Herren, ich möchte sie alle darum bitten, dass sie sich in den Sunshine-Room begeben, wo Dr. Brown in Kürze seine Ansprache halten wird.“ Die grosse Masse der Leute verliess langsam die Terrasse. Der Sicherheitsmann, der sich noch mit Julien unterhalten wollte, fuhr mit seiner rechten Hand an sein Ohr, wo sich ein Funkgerät befand. „Entschuldigen sie mich.“, war das einzige was er noch sagte und verliess die Terrasse in Richtung des Sunshine-Room. Helios Blick folgte noch kurz dem Sicherheitsmann, bevor er Julien Chambers zunickte und die Terrasse ebenfalls verliess.

Im Sunshine-Room angekommen, begab sich Helios in die süd-östliche Ecke des Raumes. Halb verborgen hinter einer Marmorsäule, beobachtete er von da aus das Rednerpult. Gleichzeitig versuchte er aber auch alle anderen Eingänge im Auge zu behalten. Vielleicht bot Helios einen seltsamen Anblick, wo doch alle anderen Gäste langsam an den Tischen Platz nahmen. Auch in der Nähe von Aech’s Säule waren einige Tische. Doch Aech vermutete, dass die Rede von Dr. Brown die Aufmerksamkeit der Leute auf sich ziehen würde, so das Gäste und Sicherheitsleute ihn nicht weiter beachten würden. Kurze Zeit später verliess eine gruppe von Leuten die Sunshine-Suite, darunter Dr. Brown.

Dr. Brown trug seine Hornbrille, mit braunem Rahmen, die sein Markenzeichen geworden war. Er hatte eine Halbglatze und einen dichten weissen Bart. Der gut gekleidete Doktor, der etwas gebeugt ging, wirkte trotzdem recht vital und hatte das wärmste Lächeln, das Helios je gesehen hatte. Helios wusste, dass dieser Mann anders war als die restlichen Personen die sich hier eingefunden hatten. Anders als seine Gäste, war er kein Heuchler. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, hatte sich Dr. Brown seinen Reichtum selber erarbeitet. Er war einer der führenden Mediziner der Welt und ihr grösster und gütigster Philanthrop. Sollte er heute sterben, wäre das für Milliarden von Menschen ein riesiger, erschütternder Verlust. Sollte alles perfekt laufen, konnte Helios das verhindern. Wenn nicht, dann beruhigte er sich damit, dass sein Meister nie davon gesprochen hatte, Dr. Brown’s Tod zu verhindern.

Dr. August Brown trat an das Rednerpult. Ohne dass jemand dazu aufrief, verstummte der gesamte Saal und hörte gespannt zu. Dr. Brown räusperte sich. „Sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste. Ich begrüsse sie zur diesjährigen Benefiz-Gala der Brown-Fundation. Wie jedes Jahr, kommen wohlhabende Persönlichkeiten wie sie hier zusammen, um für Hilfswerke auf der ganzen Welt zu spenden. Dieses Jahr konzentriert sich unser Hauptaugenmerk auf das Hilfswerk „Free from Sorrow“. Diese international geförderte, humanitäre Hilfsorganisation, leistet kostenlose medizinische Hilfe für alle an Krebs erkranken Kindern dieser Welt, deren Familien sich die Kosten für eine Behandlung nicht leisten können. Im Moment konzentrieren sich die Bemühungen dieser Organisation, noch mehrheitlich auf Kinder und Familien in Entwicklungsländern, doch möchte „Free from Sorrow“, sich ausweiten und die benötigte Hilfe allen Kindern, zukommen lassen. Viele Worte kurzer Sinn, ich hoffe, dass sie die Wichtigkeit in dieser Angelegenheit erkennen und bedanke mich für alle Spenden die heute und in Zukunft an „Free from Sorrow“ gehen. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend und ein genüssliches Bankett.“, beendete der Doktor seine Ansprachen und verliess das Rednerpult.

Helios war die ganze Rede hinweg, eigentlich schon seit Dr. Brown die Suite verlassen hatte, extrem angespannt. Akribisch hatte er seine Umgebung „gescannt“, immer mit der Erwartung, dass etwas passieren würde. Doch nichts. Dr. Brown war erschienen, hatte seine Rede gehalten und war dann in Begleitung seiner Frau und Sicherheitsleuten in den Speisesaal verschwunden. Helios blickte zunächst nervös umher, doch es war nichts zu sehen, ausser den Leuten, die sich ebenfalls auf den Weg in den Speisesaal machten. Nach einigen Momenten fiel Helios auf, dass er sich zu auffällig verhielt, lehnte sich deshalb an die Säule und atmete tief durch.

Komm schon Helios. Konzentration.
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   22.12.18 6:06

Ich sah auf den bewusstlosen Typen hinab und wusste für den Moment nicht, was wohl die klügste Handlungsweise sein würde. Sollte ich einfach ne Fliege machen? Nein, keine gute Idee, die Sicherheit in diesem Gebäude war dafür deutlich zu ausgebaut. Vielleicht könnte ich lügen und mich irgendwie herausreden? Auch das würde bei den vielen Zeugen, die sich interessiert nach der schreienden Frau umsahen, wohl vergeudete Mühe sein. Letzten Endes blieb mir nichts anderes übrig, als still angewurzelt da zu stehen und auf die Angestellten zu warten, die sich durch das Publikum drängelten, um die Szene zu begutachten.
Ein dunkelhäutiger, großer Mann, offensichtlich der Verantwortliche hier, wollte wissen, was passiert sei – als wäre das nicht bereits vollkommen offensichtlich, dachte ich mir mit einem Augenrollen – und als er von Ronans Begleitung keine verwertbaren Informationen erhielt, pickte er sich einen der Zeugen aus der umstehenden Masse aus. Automatisch wanderte auch mein müder Blick hinüber zu dem Angesprochenen, der sich als erstaunlich jung herausstellte. Vielleicht der Sohn irgendeines reichen Unternehmers? Oder die Begleitung irgendeiner berühmten Schauspielerin? Ein bekannter Sportler war es schon mal nicht, denn ich konnte von mir behaupten, nahezu alle Menschen, die im Profisport Rang und Namen hatten, zumindest vom Sehen her zu kennen. Umso überraschter zog ich eine meiner Augenbrauen nach oben, als der Typ mich anscheinend zu kennen schien, denn er nannte mich beim Namen und gab die Situation neutral und wahrheitsgemäß wider, ohne Partei für Ronan oder mich zu ergreifen.
Interessiert wanderten meine braunen Iriden zurück zum Sicherheitsmann, der mich nun offensichtlich auch erkannte. Verdammt … here we go again. Sicher, es mag vollkommen dämlich wirken, dass ich mich über einen Promi-Bonus beschwere, doch ehrlich gesagt war es mir viel lieber für meine Fehler und Taten so richtig eines drauf zu bekommen anstatt einfach nur wegen meiner vermeintlichen Position einen Sonderpass zu erhalten. Und letztendlich kam es genau so, wie ich es vorhergesehen hatte: nachdem ein anderer Angestellter die Gäste bat, sich in den Sunshine Room zu begeben, um die Ansprache von Dr. Brown mit anzuhören, ließ der Dunkelhäutige den Vorfall fallen und ich kam mit einer simplen Ermahnung davon … wie ich es hasste. Egal was ich tat, es lief immer irgendwie so: ob es nun etwas gutes oder schlechtes war, spielte keine Rolle, denn die Leute sahen nie mich, sondern immer nur das Mitglied der Nationalmannschaft. Die Leute hatten Angst, mir in die Quere zu kommen, weil sie sich so fühlten, als würden sie die Vereinten Staaten von Saherta sabotieren, wenn sie es täten. Was für ein Bullshit.

Gelassen erwiderte ich den Blick des Zeugen, der sich zusammen mit den anderen Anwesenden auf zur Bühne machte, ohne das Nicken zurückzugeben oder irgendetwas zu sagen. Was für ein Arsch. Hätte der Typ meinen Namen nicht genannt, wäre ich nun sicher in Handschellen abgeführt wurden. Vermutlich würde auch Ronan keine Anzeige erstatten, immerhin würde das bedeuten, dass er in der Presse als der Kerl bekannt werden würde, der nach einem einzigen Schlag von einem 1,61 Schlumpf wie mir auf die Bretter ging. Ich kannte Kerle wie den … ihr Ego würde soetwas niemals erlauben. Und so steckte ich mir die Hände in die Taschen meiner Anzughose und schlurfte als letzter von der Terrasse, um mich von dem alten Knacker zulallen zu lassen. Dabei wollte ich doch einfach nur, dass sie die beschissene Bar endlich eröffneten.

Ich kam im Sunshine Room an und stellte mich etwas Abseits der Masse an eine der Wände, um Browns Auftritt mitzuerleben. Warum nannten sie diesen Saal eigentlich Sunshine Room, fragte ich mich unterschwellig, während ich meine Augen über die pompöse Deko kreisen ließ. Es wirkte ein wenig so, als würden wir uns im Schloss von Ludwig dem Vierzehnten befinden. Die Säulen, Kronleuchter und das viele Holz und Gold – das wahrscheinlich nicht echt war – ließen beinahe vergessen, dass diese Versammlung im 71. Stock mitten in York New City stattfand, einer Stadt gefüllt voll Müll, Armut und Heuchelei. Und da waren wir nun, hielten Reden und wunderten uns darüber, weshalb die Menschen nicht einfach Kuchen aßen, wenn sie kein Brot hatten.
Browns Rede war angenehm kurz und auf den Punkt gebracht, was ich ihm wirklich hoch anrechnete. Die Erscheinung des Alten allein vermittelte eine gewisse Präsenz von Macht. Er sah absolut nicht aus wie ein Raubtier, doch irgendwie wirkte er so. Wie ein Tiger, der seine Kraft aus reiner Herzensgüte heraus dazu verwandte, den Gazellen zu helfen. Eine beeindruckende Persönlichkeit, sogar ich musste das zugeben. Er war die einzige Person auf diesem Event, die ich noch respektieren konnte, wenngleich ihre Ansichten und Bemühungen mir ziemlich am Arsch vorbei gingen.
Als sich der Doktor mit seiner Ehefrau – einer nicht mehr ganz jungen, doch erstaunlich eleganten Person – in Begleitung von mehr Bodyguards Richtung Buffet begab, wahrscheinlich um es zu eröffnen und danach pflichtbewusst alle Gäste einzeln zu begrüßen, blieb ich zurück, als sich der Sunshine Room lichtete. Nachdem mehr als zwei Drittel der Gäste in andere Bereiche des Stockwerks verschwunden waren, erblickte ich letztendlich eine Person, die ich schon kannte: der schwarzhaarige Kerl vom Balkon. Und für eine Sekunde war ich beinahe froh über den Umstand, dass ich nicht mehr derjenige war, der hier am wenigsten hineinpasste.
Der Fremde mochte vielleicht einen teuren Anzug tragen, doch er gehörte hier definitiv nicht her. Es war die Art, wie er da stand, wie er sich bewegte und sich umsah … angespannt, beinahe so, als würde er jeden Moment damit rechnen, dass ihn jemand enttarnte, was natürlich nicht passieren würde. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, doch auch ich fühlte mich nicht wirklich mit der Oberschicht der Reichen und Schönen verbunden. Ich erkannte einen Gleichgesinnten, wenn ich ihn sah.

Gelangweilt schlenderte ich zu den Säulen hinüber, hinter denen der Typ sich herumtrieb. Wenn ich heute mit niemandem sprach, würde mir mein Trainer die Hölle heiß machen, das war mir klar. Wenn ich mich schon sozialisieren musste, dann doch lieber mit jemanden, der meinen Namen bereits kannte: das sparte mir die Vorstellung.
„Wie viele sind es?“, begann ich ein Gespräch ohne Begrüßung, ehe ich neben ihm zum Stehen kam. Er war natürlich größer als ich, doch glücklicherweise war der Höhenunterschied eher moderat, womit ich gerade so leben konnte.
„Notausgänge, meine ich. Du siehst aus wie jemand, der immer, wenn er einen Raum betritt, zuerst alle Notausgänge und Fluchtwege abcheckt.“
Ich zog die rechte Hand aus meiner Hosentasche und tippte mit dem Zeigefinger gegen den Wangenknochen unter meinem Auge.
„Ist ziemlich offensichtlich, weißt du.“

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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   31.12.18 10:31

Helios hatte offensichtlich ein Problem. Der Auftrag der Ihm von seinem Meister erteilt worden war, stellte sich als schwieriger heraus, als zunächst angenommen. Je länger Aech darüber nachdachte, umso klarer wurde es ihm. Eigentlich hätte er früher darauf kommen sollen. Er war im absoluten Nachteil.

Den Attentäter in dieser Menge von Leuten ausfindig zu machen war unmöglich. Ebenso, konnte sich Helios nicht sicher sein, dass sich dieser überhaupt im Gebäude befand. Von seinem Meister hatte Aech mal erzählt bekommen, dass es Attentäter gab, die einen Anschlag Monate im Voraus planten und ihre Opfer töteten, ohne überhaupt anwesend zu sein. Meister der Planung, die alle möglichen Szenarien in die Gleichung einbezogen und die man durch nichts überraschen konnte. Und da viel es ihm wie Schuppen von den Augen.

Was auch immer der Attentäter geplant, oder vorbereitet hatte, um Dr. Brown auszuschalten, das einzige was Helios ihm voraus hatte, war dass der Attentäter nicht damit rechnete selbst einen am Hals zu haben. Somit war dies Helios Vorteil. Leider brachte ihm das nicht viel, wenn Aech nicht feststellen konnte wo sich der Killer befand. Doch wie konnte er die Absichten des Killer voraussehen?

Genau in diesem Moment wurde er von Julien Chambers in seinen Gedanken unterbrochen. Aech hätte sich am liebsten selbst getreten. Na toll ein Zivilist, bemerkt, das ich wie ein paranoider Trottel meine Umgebung absuche. Wie sieht es da mit einem Profi aus…

Um nicht noch verdächtiger zu wirken entschied Aech dem Fussballspieler freundlich zu antworten. „Eigentlich nur Vier stück auf die ganze Etage verteilt. Ausser man schert sich nicht um einen schnellen Tod und zählt die über 60 Fenster auch noch dazu.“, sagte er gelassen. „Es ist eine alte Angewohnheit von mir, die ich nur schlecht ablegen kann.“, fügte Helios hinzu um nicht komplett Verrückt zu erscheinen.

Julien Chambers war ungefähr im gleichen Alter wie er, was ideal war. Es war weniger auffällig wenn sich gleichaltrige verbrüderten. Helios streckte seine Hand zum Gruss aus. „Gestatten Sie mir mich vorzustellen Herr Chambers, mein Name ist Gabriel Gray.“, log der junge Hunter, da er seine wahre Identität nicht preisgeben wollte. „Ich bin hier um meinen Grossonkel zu vertreten, ein sehr zurückgezogen lebender Mann, der durch solche Spenden sein schweres Gewissen etwas erleichtern möchte. Ich selber halte zwar nicht viel von diesen heuchlerischen Veranstaltungen, aber wenn es den Leuten Spass macht, wer bin ich schon um ihnen dieses Vergnügen zu vermiesen.“

Helios blickte hinüber in den Gang und entdeckte von weitem Dr. Brown und seine Frau, die sich zur Bar bewegten, dicht gefolgt von zwei Bodyguards. „Wie wäre es wenn wir zur Bar gehen und uns dort etwas Kräftigeres genehmigen. Ich befürchte sonst werde ich diese Veranstaltung nicht viel länger aushalten können.“, sagte Aech und deutete mit der Hand in Richtung Bar.
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Julien
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   03.01.19 23:27

„Gray, huh?“, wiederholte ich den Namen, den er genannt hatte, als wollte ich ihn auf meiner Zunge austesten. Mit desinteressiertem Blick ergriff ich wenig enthusiastisch seine Hand und schüttelte sie einmal, ehe ich meine Finger erneut in der Anzughose vergrub.
„Sagt mir nichts. Aber wenn Ihr Onkel so zurückgezogen lebt, ist das wohl auch nicht verwunderlich …“
Selbst wenn er es nicht täte, bestand keine Garantie, dass ich ihn kennen würde. Ich scherte mich nicht wirklich um irgendwelche alten, reichen Säcke, die mit ihrem Geld um sich warfen. Dass der Mann vor mir der Neffe eines solchen Typs sein sollte, war irgendwie enttäuschend, denn das hieß wohl, dass er weit weniger interessant war als er anfangs wirkte. Zumindest schien er keine allzu unangenehme Gesellschaft zu sein, denn er kam direkt zum Punkt und laberte nicht lange um den heißen Brei herum.
„Sie sind ziemlich direkt und ehrlich, oder? Damit machen Sie sich unter diesen Leuten bestimmt schnell unbeliebt“, kommentierte ich die Tatsache, dass er keine Probleme damit hatte, zuzugeben, dass ihm Partys wie diese nicht lagen und er sich am liebsten betrinken würde. Dass der Kerl mich anlog, konnte ich ja nicht ahnen, wie auch. Rückblickend betrachtet war man eben immer schlauer, und in dieser Situation dachte ich nicht, dass ich an einen Auftragskiller geraten war, der einen anderen Killer jagte. Und was weder er noch ich in diesem Moment wussten, war, dass eben jener Killer bereits im Haus war und auch schon Dr. Browns Hand geschüttelt hatte … doch das war eine Story für später.
Ich deutete mit zwei Fingern an, dass ich ihm folgen würde, und schlenderte dann in Richtung der Bar, die sich entlang der Fensterfront erstreckte und einen erstaunlichen Blick über die Lichter der Stadt genehmigte. Die Angestellten führten eine Show auf, indem sie Cocktail-Shaker und Flaschen jonglierten und die Drinks mit Feuer und Licht servierten. Natürlich bereicherte das den Geschmack nicht im Geringsten und ich war auch nicht wirklich davon beeindruckt – meiner Meinung nach war dieses Tram Tram einfach nur lästig und überflüssig, immerhin war ich hier um etwas zu trinken und nicht eine Zirkusnummer zu sehen – doch es brachte Trinkgeld ein und hielt die gelangweilten Massen an der Stange, also konnte ich es aus einem reinen Service-Standpunkt heraus nachvollziehen.
„Was trinken Sie denn gern? Ich würde ja schätzen, Sie sind nicht so der Champagner-Typ, oder?“, begann ich etwas seichten Smalltalk ohne großartige Hintergedanken, während ich mich an den Tresen lehnte und geduldig darauf wartete, dass ich an die Reihe kam. Dass der alte Doktor ebenfalls hier war – zugegeben einige Meter an der ewig langen Bar von mir entfernt – bemerkte ich zwar (wie könnte ich nicht? Immerhin bildete sich eine Traube von Menschen um ihn egal wohin er ging), doch ich versuchte ihm keine Aufmerksamkeit zu schenken. Der Mann war für mich uninteressant und ich nahm an dass er das gleiche auch über mich sagen würde.
„Er ist ziemlich beeindruckend, oder? Brown, meine ich …“

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Helios Eld
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   04.01.19 10:40

Während Helios und Julien in Richtung bar schlenderten, spürte der junge Hunter, dass die Unruhe in ihm immer noch zu gross war. Noch während er mit Chambers sprach, überlegte er sich was er nun tun sollte, konnte aber keinen klaren Gedanken fassen. Sofort kam ihm da sein Meister wieder in den Sinn, der ihn schon nur für diese unsichere Geisteshaltung zusammenfalten würde. Aech erinnerte sich an eine Lektion seines Meisters, die er ihm mit seiner üblichen grimmigen Stimme erteilte.

„Helios, du sollst dich konzentrieren!“, „Ich versuche es ja Meister“, hatte der erst 12 jährige Helios ihm da geantwortet. „Versuchen ist nicht genug Junge! Im Feld gibt es kein Versuchen. Dort wirst du die Dinge tun oder nicht.“, bellte der ältere Mann den Jungen an, der im Zentrum einer seltsamen Vorrichtung stand. Diese Vorrichtung bestand aus mehreren hölzernen Puppen, die alle grösser waren als Aech und mit massiven Schlägern bewaffnet, auf ihn einschlugen. Wie genau die Mechanik dahinter funktionierte, wusste Helios nicht, aber er ging davon aus, dass es mit den konzentrischen Schienen zu tun hatte, die im Boden eingelassen waren, auf denen sich die Puppen bewegten. Meister Kong legte einen schweren Schalter in seiner Nähe um, und die Puppen kamen zum Stillstand. Er ging auf Helios zu und half ihm von seinem letzten Sturz auf die Beine. „Damit du selbst bei einer überzahl von Gegnern einen klaren Überblick bewahren kannst musst du dich Konzentrieren und Konzentration kommt nur durch die Ruhe des Geistes.“, sagte der ältere Mann nun viel ruhiger, etwas das Aech beinahe mehr gruselte als wenn er ihn anschrie. „Wie kann ich meinen Geist zur Ruhe bringen Meister?, fragte der Junge. „Meditation.“, antwortete Kong knapp. „Ich werde dir diese nun beibringen. Wenn du dann genug Übung darin hast, wirst du sie überall und zu jeder Zeit anwenden können und deinen Geist zur Ruhe bringen.“

Noch während er auf die Bar zuging, Atmete er einmal tief durch und versuchte Klarheit in seine Gedanken zu bringen. Je mehr er sich beruhigte, umso mehr wurde ihm bewusst, was er tun musste. Nun hoffte er, dass sich ein geeignetes Zeitfenster öffnen würde.

Bei Juliens Bemerkung dass er direkt sei, musste Helios kurz auflachen. „Sie wissen gar nicht wie recht Sie haben. Deswegen verkehre ich meistens nicht in diesen Kreisen. Mein Vater, Gott möge ihn selig haben, hat mich aber zu Ehrlichkeit erzogen, auch wenn das bedeutet, dass ich mir dabei Feinde mache.“, antwortete Helios selbstsicher, als ob er diesen „Vorwurf“ nicht das erste Mal hörte.

Bei der Bar angekommen lehnte Aech sich wie Julien ebenfalls an sie an, jedoch so, dass er unbemerkt die Menschenmasse die Dr. Brown umgab im Auge behalten konnte. Die Show der Angestellten war schön anzusehen, in einem anderen Szenario, hätte sie ihn vielleicht sogar etwas amüsiert, aber in seiner momentanen Situation war sie für Helios absolut uninteressant. „Da schätzen Sie mich schon wieder Richtig ein Mr. Chambers. Ich nehme einen Bourbon, ohne Eis.“, antwortete er dem Fussballspieler. Als Julien Aech nach der Meinung über Dr. Brown fragte, fragte sich der Hunter, ob sein Gegenüber etwa bemerkt hatte, dass er Brown die ganze Zeit im Auge behielt, liess sich aber nichts anmerken.

„Um ehrlich zu sein, kann ich da nicht wirklich mitreden. Ich meine er ist zwar eine Berühmtheit und bekanntlich sozial engagiert, aber ansonsten weiss ich nur wenig über Dr. Brown. Er ist sicherlich eine ganz sympathische Person.“, antwortete Helios gespielt gelangweilt. „Was für mich in dieser Situation viel interessanter ist, ist die Frage, wie sie als Sportler zu Rauschmitteln stehen.“
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Julien
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BeitragThema: Re: Stadtzentrum von York New City   08.01.19 4:06

„Bourbon ohne Eis, huh?“, zog ich eine meiner feinen, blonden Augenbrauen nach oben und sah ihm skeptisch ins Gesicht. Da war jemand aber ein ganz harter Knochen. So eine Bestellung hätte ich normalerweise von einem 40-Jährigen Kettenraucher oder einem Cowboy erwartet. Ob der Kleine mich hier wohl beeindrucken wollte? Nein, wozu auch? Ich nahm an, dass er die Wahrheit sagte und tatsächlich einen solch rauchigen Geschmack an den Tag legte, wenngleich es das nicht minder überraschend machte. Der Barkeeper wandte sich schließlich meiner Person zu und ich schenkte ihm einen unbeeindruckten Blick.
„Einen Bourbon pur, ohne Eis. Und für mich …“, ein sanftes Lächeln fuhr über meine Lippen, als mir erneut klar wurde, dass ich um Grunde einfach nur Trash war, wenn man die Leute hier fragte, „Rum mit Cola.“
Der Angestellte hielt einige Sekunden inne, um abzuwägen, ob dies ein Scherz war oder nicht, aber letztendlich nickte er gehorsam und machte sich an sein Werk. Wahrscheinlich hatte eine solch exklusive Bar nur den teuersten Rum, und diesen mit Cola zu vermischen kam vermutlich einem Sakrileg gleich. Doch mir war relativ egal, dass meine Bestellung mehr zu einer 5-Euro-Party-Bar passte und weniger zur High Society, die mir sowieso am Arsch vorbei ging. Das gleiche könnte man im Übrigen auch über Doktor Brown sagen, doch noch ehe ich meine Meinung über den ach so herzensguten Mann mit meinem Gesprächspartner teilen konnte, wechselte dieser auch schon das Thema. Hmmm. War es ihm etwa unangenehm, über Brown zu sprechen? Wenn ich so genau darüber nachdachte, war seine Aussage zum alten Mann auffällig unauffällig und gewöhnlich. Beinahe gewollt nichtssagend. Nein. Ich sollte nicht zu viel in alles hineininterpretieren. Gray hatte mich zuvor auf dem Balkon rauchen sehen, und jetzt auch noch trinken. Dass das mit dem öffentlichen Bild eines Profi-Sportlers nur schwer vereinbar war und daher für ihn kurios anmuten musste, war nachvollziehbar.
„Nun“, begann ich etwas verlegen und lächelte, ehe ich mir eines der beiden Gläser, die der Barkeeper neben uns abgestellt hatte, nahm und es ein wenig hin und her schwenkte. In meinem war, anders als in dem von Gabriel, Eis vorhanden, das dabei ein befriedigendes Klimpern abgab. „Was einen nicht umbringt …“
Ich beließ es dabei. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass ich mir von irgendjemanden – ob nun den Trainern, den Sponsoren oder meinen Teamkameraden – anhören musste, wie schlecht das Rauchen doch für meine Lungenkapazität und Leistungsfähigkeit wäre und dass ich ohne Kippen so viel mehr erreichen könnte. I don't care.
„Außerdem schießt man viel bessere Tore, wenn man sich vorher ne Line zieht. Verraten Sie das aber nicht weiter, sonst könnte es ja jeder“, winkte ich ab und nippte dann an meinem Glas, ehe ich es wieder auf dem Tresen absetzte. „Das war ein Scherz, nur damit das klar ist.“
Wahrscheinlich war Gray noch niemals in einem olympischen Athleten-Camp gewesen, aber Alkohol war da wohl noch das harmloseste, was durch die Gänge floss. Doch das war eine andere Geschichte.
„Aber mal ehrlich, wir sind hier mitten unter der dekadenten Prominenz von York New City. Ich wette die Hälfte dieser Leute hier ist high, und wenn Sie dem Barkeeper genug zustecken, bekommen Sie sicher auch was ab. So läuft das“, gestikulierte ich lustlos vor mich hin, ohne auch nur den Hauch von Mühe, meine Stimme zu senken, wodurch ich mir von den Personen links und rechts neben uns an der Bar den ein oder anderen missbilligenden Blick einfing. Nicht, dass es mich interessierte.
„Aber wem erzähle ich das … als Neffe eines stinkreichen Unternehmers haben Sie sicher auch mehr Geld und Zeit, als Sie brauchen, huh?“

Während ich mein unterbewusstes Talent ausspielte, mir überall Feinde zu machen, tat sich einige Meter jenseits meiner bewussten Wahrnehmung etwas um Doktor Brown. Etwas, was normalerweise nichts besonderes war, doch in diesem Fall sollte sich eine entscheidende Wendung ergeben, die den Rest der Nacht deutlich prägte, auch wenn das hier noch niemandem wirklich klar sein konnte: Doktor Browns Frau trennte sich von ihrem Mann. Während der alte Philanthrop an der Bar zurück blieb, um weiter Hände zu schütteln und Konversation zu führen, begab sich Mrs. Brown mit etwa einem Drittel der Leibwächter in Richtung der Toiletten. Offensichtlich wollte sie sich frisch machen.

Und unbemerkt von allem und jedem, setzte sich auch der Killer in Bewegung, um ihr zu folgen.

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